Bericht

Tabletop- und Strategiespieleverein Siemens Berlin

Prolog

Wir schreiben den 20.04.2007 und treten wieder eine Reise an, es geht nach Bremen. Wir, das sind MacCall, Iron Duke und die Wölfe. Diesmal tragen wir nicht die Fahne, die Warhammer Fantasy heißt, ins Land hinaus. Diese Fahne heißt Battletech und wir sind die Neuen und Unerfahrenen (ok, bis auf einen ;-)). Seid einiger Zeit befassen sich einige unserer Runde mit dem Thema Battletech. Es wurde an uns durch "Iron Duke" – Mathias herangetragen. Er spielt dieses Tabletop schon eine Ewigkeit und ist einer der besten Spieler, die wir bis jetzt kennen gelernt haben.

An diesem besagten Tag fuhren wir zu unserer zweiten Battletech-Con. Hier ein paar Infos über Battletech für diejenigen, die noch gar nichts oder nur sehr wenig über dieses Tabletop wissen.

Battletech wird auf Karten gespielt, die aus Hexfeldern bestehen. Gespielt wird mit Miniaturen, die Battlemechs (humanoide Kampfmaschinen), Infanterie, Panzer, Hubschrauber und andere Einheiten darstellen. Das Interessante ist, dass die Spieler in verschieden Vereinigungen organisiert sind. Zu nennen ist hier zum Beispiel die Internetseite www.Mechworld.de, wo die Spieler in so genannten Chaptern aufgeteilt sind. Diese Teams tragen in einer andauernden Kampagne untereinander Spiele aus. So viel zur Theorie. 

Wir spielten diesmal wieder im Chapter der Harlekins mit. Die Harlekins sind Spieler, die sich vor mehr als 10 Jahren in Dresden zusammengefunden haben. Auf dem Bremer Gardemanöver, so der Name der Convention, werden Szenarien gespielt. Außerdem konnten so genannte Chapterfights ausgetragen werden. Da MacCall und wir mittlerweile ein eigenes Chapter besitzen, trugen wir auch unsere ersten eigenen Chapterfights aus. Dazu später mehr.

Vorbereitungen

Auf anraten von Iron Duke besorgten wir uns eine Camping-Ausrüstung. Das Wetter war schön, also sollte es keine Probleme geben. Wir fuhren am Freitag so gegen 14:00 Uhr los. Duke hatte eigentlich einen Ford gemietet, da dieser aber nicht zur Verfügung stand, mussten wir "leider" mit einem Mercedes Benz E-Klasse vorlieb nehmen ;-) .

 

Auf der Fahrt passierte nichts außergewöhnliches,  so das wir gegen 17:00 Uhr in Bremen eintrafen. Die Con wurde in der angemieteten Halle eines Kleintierzüchtervereins veranstaltetet.

Nach einer ersten Begrüßung, fingen wir an das Zelt aufzubauen. Zu diesem Zeitpunkte konnte noch keiner Ahnen, wie "schrecklich" die Nacht werden sollte.

Nach dem Aufbau ging es erst einmal zum örtlichen Supermarkt, um etwas "Zielwasser" einzukaufen. Frage am Rande, warum gibt es im Norden kein dunkles Bier ;-). Nun gönnten wir uns eine Mahlzeit und warteten auf unsere Verstärkung aus Sachsen (Dresden).

Der Abend

Am Abend wurde, wie es da so üblich ist, feucht-fröhlich gefeiert und einige kleine Chapterfights wurden ausgetragen. Auch wir, die "Marauder Wolves", bestehend aus MacCall und uns, konnten solch einen Fight ergattern und sogar gewinnen. Da wir noch ziemliche Anfänger sind, freute uns das natürlich besonders.

So nach und nach trudelten alle Dresdner ein, so dass wir für den nächsten Tag einsatzbereit waren. Da aber das Dresdner-Team zu viele Mitglieder hatte, musste ein zweites gegründet werden. Somit spielten nur wir mit Iron Duke, MacCall schloss sich dem zweiten Team an.

Die Nacht

So zwischen 2 und 3 Uhr nachts verließen wir die Halle und strebten unserem Zelt entgegen. Was uns als erstes auffiel, es war kalt, sehr kalt, aber es würde schon irgendwie gehen. Nach 3 Stunden ohne Schlaf waren wir nicht mehr dieser Meinung. MacCall und wir hatten nur leichtere Schlafsäcke mit. Die Temperatur sank auf minus drei Grad. MacCall gab auf und versuchte sich durch einen Spaziergang wieder aufzuwärmen. Wir hielten noch bis ca. 8 Uhr aus, nachdem wir aber mitbekommen hatten, dass die Zeltplane teilweise vereist war, trieb es auch uns in den beheizten Barbereich der Halle.

 In der nächsten Nacht würden auch wir definitiv in der Halle bei den anderen schlafen. In der Halle war es im Spiel- und Schlafbereich auch etwas kalt, aber zumindest würde die Temperatur nicht unter Null Grad fallen.

Der Morgen

Wir wärmten uns bei Tee und Kakao auf, was aber schon eine Weile dauerte. Das Frühstück war reichlich und günstig. Hier noch einmal ein großes Dankeschön an die Küchenmannschaft, das Essen war wirklich preiswert und hat gut geschmeckt. Außerdem haben die Jungs und Mädels bis spät in den Abend die Küche am Laufen gehalten und das ist schon eine Leistung.

Der Samstag

Nachdem alle Teams benannt waren, wurden diese in zwei Hälften geteilt. Jede dieser Hälften wurde einzeln für das erste Szenario eingewiesen. Die Orga hatte sich extra für diese Veranstaltung ein neues Volk ausgedacht, "Die Bugs". Dafür hatten sie eigens neue Referenzbögen und Miniaturen geschaffen. Ein gigantischer Aufwand und eine tolle Leistung. Die eine Hälfte der Teams spielte die Bugs, die andere konnte sich eine bestimmte Anzahl an Battlemechs aussuchen. Dann spielten die Bugs gegen die Battlemechs. An jedem Tisch saß ein Spielleiter, der die 2 Teams im Laufe des Spiels mit Informationen und neuen Missionszielen versorgte. Im ersten Szenario konnten wir die Bugs übernehmen. Die Harlekins hatten wie üblich ein paar kranke Ideen. Nach einem lustigen Spiel gegen die Günzburg Igels konnten wir einen deutlichen Sieg verbuchen.

 

Die kurze Nacht machte sich jetzt doch bei einigen bemerkbar und so wurde ein wenig Schlaf in der Sonne nachgeholt.

Das zweite Szenario ging bis in den späten Abend und wurde dann von der Orga bewertet. Diesmal waren wir die Mechabteilung. Leider kamen wir hier nicht zu einem guten Ergebnis. Lag wohl auch an dem guten Gegner ;-).

Wir gingen nach einer heißen Tasse Tee relativ früh schlafen. Diesmal, wie schon erwähnt, in der Halle, in der es ein wenig wärmer war ;-). Im Küchenbereich wurde noch bis tief in die Nacht Battletech gespielt und gelacht.

Der Sonntag

Nach einem Frühstück kam auch schon die zweite Herausforderung der "Marauder Wolves". Wir trugen unseren zweiten Chapterfight an diesem Wochenende aus. Als Unterstützung hatten wir uns "Evil" von den Harlekins geholt. Zum Anfang sah es nicht gut aus, da uns unser Gegner versuchte durch geheime und gemeine Taktiken zu besiegen. Zur Erklärung, soviel wie bei diesem Spiel habe ich schon lange nicht mehr gelacht. Aber wieder war uns das Glück hold und wir gewannen auch diesen Fight.

Dann rief die Orga zur Siegerehrung. Unser Team erreichte, trotz unserer Teilnahme ;-), wieder den zweiten Platz. Die Preise konnten sich wirklich sehen lassen, denn die drei besten Teams erhielten jeweils eine Auswahl der selbst designten und gegossenen Miniaturen. Die letzten beiden  Teams bekam noch ein Paar Trostpreise und freien Eintritt im nächsten Jahr.

 

Da wir in Kolonne Richtung Heimat fahren wollten, vertrieben wir uns die Zeit bis zur Abfahrt mit einer gepflegten Partie Poker. Einige der Dresdner spielten währenddessen ihr letztes Battletech-Gefecht. Nun hieß es Abschied nehmen. Nachdem wir uns bei allen verabschiedet hatten, ging es wieder Richtung Heimat, wobei wir noch einen Zwischenstopp bei einem der Großen gelben M´s einlegten. Hier trennten sich dann unsere Wege. Wir fuhren nach Berlin und die Anderen nahmen die Autobahn Richtung Dresden.

 

Schlussbetrachtungen

Abschließend bleibt zu sagen, das es ein tolles Wochenende war, mit lustigen und netten Zockern. Die Atmosphäre ist entspannter als auf anderen Tabletop-Turnieren (als Vergleich kann ich natürlich nur Warhammer Fantasy heranziehen). Das liegt zum Einen an den wirklich netten Leuten, die in Bremen waren und natürlich auch am Spiel selbst. Ein Spiel geht meist über mehrere Stunden, so dass man zwischendurch Zeit zum Quatschen hat, da es selten eine Zeitvorgabe gibt. Meist sind die Chapter auch mit mehreren Leuten da, so dass noch der Team-Aspekt da ist. Man sitzt also selten alleine an der Platte. Außerdem werden die Spiele nicht sofort durch einen Spielfehler in den ersten beiden Zügen entschieden. Es geht meiner Meinung nach einfach darum eine tolle Zeit mit Spielern aus ganz Deutschland zu haben und wenn man Glück und taktisches Geschick hat, gewinnt man sogar noch ein Spiel ;-).

 

Bis zum nächsten Mal

Sascha, Mathias, René und André